ABOUT

Kriege, Katastrophen und Konflikte – die tägliche Flut beunruhigender Nachrichten und ihre Krisenrhetorik könnte uns lähmen. Das interdisziplinäre Ausstellungsprojekt »Making Crises Visible« fordert dagegen dazu auf, genauer hinzuschauen und auf diese Situation nicht ratlos, sondern aktiv zu reagieren. Im Fokus steht die Begegnung von Kunst, Design und Wissenschaft, die als komplementäre Wissensformen ungewohnte Perspektiven auf die Krise des Planeten, der Weltordnung, der Radikalisierung sowie auf Konzepte der Krise und die möglichen Handlungen in einer Krise eröffnen.

Die Ausstellung ist das Resultat eines Dialogs zwischen Wissenschaftler_innen des Leibniz-Forschungsverbundes »Krisen einer globalisierten Welt«, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität Frankfurt auf der einen und jungen, internationalen Gestalter_innen und Künstler_innen auf der anderen Seite. Zu sehen sind Vorschläge für experimentelle Auswege aus der Krise sowie Kunst- und Wissensobjekte, die 15 verschiedene Projekte aus der Krisenforschung sichtbar – oder spürbar – machen.

In gemeinsamer Auseinandersetzung mit den Krisen unserer Zeit, deren wissenschaftlicher Bearbeitung wie auch politischer Relevanz, wurden Reibungsflächen und Berührungspunkte zwischen den Disziplinen und Perspektiven erkundet und Horizontlinien verschoben. Die Erschließung neuen Terrains hat damit gerade erst begonnen. Die Ausstellung »Making Crises Visible« zeigt das vorläufige Ergebnis eines Wissenstransferprozesses, dessen offenen Enden im Senckenberg Naturmuseum weitergedacht werden wollen. Krisen, ebenso wie die Möglichkeit ihrer Überwindung, ihr transformatives Potenzial, sind nicht zuletzt Phänomene gesellschaftlicher Wahrnehmung, an denen wir in einer globalisierten Welt alle teilhaben. 

Projektskizze

Design-Thinking-Workshops zwischen Wissenschaft und Kunst entwickeln eine eigene Sprache des Wissenstransfers, die klassische Genregrenzen überwindet. Unter der künstlerischen Leitung von Prof. Klaus Hesse von der HfG Offenbach entwerfen die interdisziplinär denkenden Kunst-Studierenden der Fächer »Kommunikationsdesign«, »Bühnenbild«, »Freie Kunst« und »Medien« im Verlauf von zwei Semestern hybride Wissens-Kunst-Objekte, Filme und Plakate. Diese sprechen auf unerwartete Art und Weise, emotional, ästhetisch und analytisch zum Publikum.

In einer gemeinsamen Ausstellung werden die erarbeiteten Objekte zu Transmittern der wissenschaftlichen Hypothesen und Studienergebnisse des Krisen-Verbunds in die Gesellschaft. Die Objekte, Grafiken und interaktiven Filme zu Forschungsprojekten werden von den Besucherinnen und Besuchern nicht nur erlebt, sondern können auch mitgestaltet werden. Dabei sollen Krisen nicht als reine Zuspitzung eines Problems, sondern als Transformationsprozess mit kreativem Potenzial verstanden werden, der als Ausgangspunkt für eine Neuorientierung dient. Neben der (1) Visualisierung der Forschungsergebnisse entwerfen die Studierenden Plakate, Objekte, Filme und Installationen, die zum einen als (2) Improvisation im Umgang mit einer prekären Krisensituation ermutigen und andererseits als (3) Spekulation über eine Zukunft nach der Krise einen Ausblick geben können.

Visualisieren

Improvisieren

Spekulieren

Über den Forschungsverbund

Im Leibniz-Forschungsverbund »Krisen einer globalisierten Welt« arbeiten 24 Leibniz-Institute aus vier Sektionen zusammen, um inter- und transdisziplinär die Mechanismen und Dynamiken von Krisen und deren wechselseitige Interdependenzen besser zu verstehen. Die themenbezogene, aber auch themenübergreifende Bündelung sozial-, geistes- und naturwissenschaftlicher Expertise ermöglicht es, aus der systematischen Analyse heraus praxisrelevantes Wissen zu generieren, das zur Einschätzung und zum Umgang mit gegenwärtigen Bedrohungslagen sowie zur Früherkennung sich krisenhaft zuspitzender Entwicklungen dienen kann.